Raketen Motor Definition (Antrieb)

Es gibt verschiedene Typen für Treibsätze.


Sie werden meist nach einem Schema, dass die amerikanische National Association of Rocketry (NAR) ursprünglich entwickelt hat, bezeichnet.
Dieses besteht aus einem Buchstaben und 2 Zahlen, mit folgender Bedeutung:

C6-3

C - Klasse des Motors

6 - Schub 

3 - Verzögerungszeit 

In der Schweiz sind Motoren des Typs A - G frei erhältlich.
Ab Typ H braucht es die Zertifizierung bzw. eine Bewilligung. 

Klasse des Motors (C)

Der Buchstabe zu Beginn bezeichnet den Impuls des Treibsatzes wie folgt:

Typ / Gesamtimpuls (in Ns)

A

1,26 - 2,50

F

40,01 - 80,00

K

1280,01 - 2560,00

B

2,51 - 5,00

G

80,01 - 160,00

L

2560,01 - 5120,00

C

5,01 - 10,00

H

160,01 - 320,00

M

5120,01 - 10240,00

D

10,01 - 20,00

I

320,01 - 640,00

N

10240,01 - 20480,00

E

20,01 - 40,00

J

640,01 - 1280,00

O

20480,01 - 40960,00


Zahl (6)

Sie bezeichnet den mittleren Schub in Newton.

C - 5,01 - 10,00 Newton pro Sekunde

1 Watt entspricht 1 Joule pro Sekunde J/s oder 1 Newtonmeter pro Sekunde Nm/s.

Zahl (nach dem Bindestrich) (3)

Verzögerungszeit zwischen Ende des Abbrandes der Treibladung und Zündung der Ausstossladung in Sekunden.
Diese Angabe ist sehr wichtig, da bei einer zu langen Verzögerungszeit unter Umständen das Modell schon vor dem Öffnen des Fallschirms aufschlagen kann oder bei zu kurzer Verzögerungszeit nicht die optimale Höhe erreicht.

Es sind auch Motoren ohne Ausstoßladung erhältlich. Dabei handelt es sich entweder um sogenannte Nullbrenner, bei welchen nach Brennschluss die Flamme nach oben durchschlägt, oder um verschlossene Motoren.
Nullbrenner, welche in Unterstufen von mehrstufigen Raketen verwendet werden, werden mit ''-0'' gekennzeichnet, verschlossene Motoren mit ''-P'' (plugged).

Ein Querschnitt durch einen typischen Modellraketen-Motor zeigt dessen Komponenten:

 

  1. Düse (Tonmaterial)
  2. Hülse (Pappe)
  3. Antriebsladung: produziert den notwendigen Schub (Schwarzpulver und andere Komponenten)
  4. Verzögerungsladung: der Treibsatz brennt antriebslos weiter, ein weisser Beobachtungsrauch wird erzeugt
  5. Ausstossladung: wirft das Bergungssystem durch Druck aus
  6. Schutzkappe (Pappe oder Ton)

 

Zünder - Zündung des Motors

Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten einen Motor zu Zünden.

Zündschnur (Feuer)

Die klassische Schnur kann einfach in den Motor gesteckt und anschliessend mit einem herkömmlichen Feuerzeug angezündet werden.

Elektro Zünder (Elektrisch)

Zwei Drähte werden an den Enden mit einem dünneren Draht verbunden (verschweisst). Das Ganze wird mit Schwefel ummantelt. Bei Kurzschluss mit einer Batterie (6V – 12V) verglüht der dünne Draht und zündet den Schwefel, dieser wiederum den Motor.